MitVerantwortung: Kauf mit Köpfchen

17 Schwarze Schafe unter den Altkleidersammlern Von Karoline Dotterweich Wohin mit den „alten „ Klamotten? Wenn die Jahreszeiten oder das Modeempfinden wechseln, kauft man sich neue Klamotten und es muss Platz geschaffen werden im Schrank. 1,5 Milliarden Textilien werden in deutschen Haushalten jedes Jahr aussortiert und in die Altkleidersammlung gegeben. Ent- weder in Kleiderkammern, in Müllbeutel bei Straßensammlun- gen oder in die Container, die am Straßenrand stehen. Viele gemeinnützige und kirchli- che Organisationen führen seit langem Sammlungen durch und nutzen sie für ihre karitative Arbeit. Die Kleidung kommt sozial Bedürftigen oder Flücht- lingen zugute. Allerdings wird nur ein geringer Teil für gute Zwecke in Deutsch- land benötigt, das meiste wird an Textilsortierbetriebe im In- und Ausland verkauft. Intakte und modische Kleidung wird als Second- Hand-Kleidung weitergehandelt. Das schont nicht nur Ressourcen, sondern auch den Geldbeutel und ist sozial und ökologisch verträglich. Die Verwertung von gebrauchter Kleidung hat sich also zu einem richtigen Wirtschafts- zweig entwickelt. Gut erhaltene Sachen werden beispielsweise nach Osteuropa, Afrika oder in den Mittleren Osten ver- kauft. Ökologisch, aber auch sozial gesehen ist die Wiederverwertung von Altkleidung sinnvoll, da sie Menschen Arbeit gibt. Allerdings wie so oft, wenn Menschen Handel trei- ben: Auch die Altkleider-Branche ist zum Teil ein undurchsichtiges System. Was passiert wirklich mit den abgegebenen Sachen? Dient die Altklei- dersammlung tatsächlich einem guten Zweck? Wenn ein karitativer Zweck nur vorgetäuscht wird, es tatsächlich aber immer mehr Firmen gibt, die verdeckt Handel mit den Altkleidern treiben, dann ist das Betrug. FairWertung, das bundesweite Netz- werk aus gemeinnützigen und kirchennahen Orga- nisationen, sorgt für Transparenz beim Sammeln und Verwerten von gebrauchter Kleidung. Man klärt über den globalen Handel auf und entschärft die Bedenken, dass Second-Hand-Kleidung aus Europa den Handel der heimischen Textilproduk- tion in Afrika zerstöre. Für viele Afrikaner ist der Altkleiderhandel die einzige Möglichkeit, qualitativ hochwertige Kleidung für wenig Geld zu erstehen – und: Der Handel mit Kleidung aus zweiter Hand schafft Arbeitsplätze vor Ort. ›› www.fairwertung.de

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