MitVerantwortung: Kauf mit Köpfchen

19 Was kannst du selbst tun? Wenn man Kleidungsstücke, die man nicht mehr trägt, an einen Second-Hand-Laden oder auf dem Flohmarkt verkauft, hat man selbst auch was davon. Man kann die Klamotten aber auch mit Freunden und Freundinnen tauschen und Swapping Parties veranstalten – dann hat man sogar noch Spaß dabei. Gebrauchttextilien in Deutschland pro Jahr Viele Textilbetriebe sind in Niedriglohnländern angesiedelt Ein paar Anmerkungen zur Sharing Economy Oder doch eher „Teilen und verdienen „ ? Doch auch wenn die Idee nachhaltig und umweltschonend ist, hat sie ihre Kehrseite. Das durch den Tausch eingesparte Geld wird wieder investiert, beispielsweise in eine Urlaubsreise, die die CO2-Bilanz wieder in die Höhe treibt. Rechts- und Versicherungs- fragen sind ebenfalls ungeklärt. Außerdem bleibt zu hinterfra- gen, ob die Sharing Economy nicht besonders den Armen und Schwachen schadet. Gerade das Wohnungsgeschäft entwickelt sich zu einer Einnahmequelle für Eigen­ tümer – denn teilen kann nur, wer etwas hat. Sozial schwächer gestellte oder arme Menschen sind ebenso auf Jobs angewiesen, die wegen der Teil- und Tauschwirtschaft akut bedroht sind, wie zum Beispiel Zimmermädchen im Hotelgewerbe. Hinter vielen Internet-Anbietern der grundsätzlichen nach- haltigen Idee stehen private Investoren, die die Tausch- börse zu einer profitorientierten Dotcom-Firma machen. Die Tauschwirtschaft ökonomisiert nun zum Teil auch die Bereiche, die zuvor frei davon waren. So heißt es in der „Zeit“ vom 15. Juli 2014: „Die Tauschwirtschaft ermutigt uns dazu, unser ganzes Leben als Kapital zu betrachten. Das Kinderzimmer steht leer? Lasst es uns an Touristen vermieten! Ich koche gerne? Warum nicht Abendessen-Events im Internet anbieten? Ich habe freie Zeit? Schnell per App als Handlanger verdingt.“ der Kleidung eignet sich für den Second-Hand-Markt der Altkleidung wird zu Putzlappen oder Rohstoff verarbeitet Quelle: www.fairwertung.de, 2014

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