MitVerantwortung: Kauf mit Köpfchen

5 Wir fragen nach und diskutieren mit Alex, Paula, Rebecca und Melina aus der 10. Klasse: Wie hoch schätzt ihr das Verführungspotenzial von Marken ein? Alex, Rebecca: Sehr hoch! Hat man ein Markenprodukt ne- ben einem No-Name-Produkt liegen, greift man eher zum Markenprodukt. Melina: Sehr hoch! Viele sind aber eben nicht selbstbewusst genug, also brauchen sie neue Trends und Marken. Bieten Marken Qualität und No-Name-Produkte sind Schrott? Alle: Hm... Marken sind meistens schon hochwertiger ver- arbeitet. Paula (ergänzt): Das Design ist entscheidend, nicht die Marke. Auch No-Name-Produkte können verführerisch sein. Manchmal finde ich, steht das No-Name-Produkt der Marke in nichts nach. Achten Marken-Hersteller mehr auf die Kriterien Fair­ ness und Nachhaltigkeit als No-Name-Hersteller? Alle: Nein! Paula: Der Verbraucher weiß heutzutage so wenig über die Produktion. Man weiß z. B. nicht, wie hoch der Anteil der Kinderarbeit ist oder was die Arbeiter verdienen. Wollen Marken ein gutes Gefühl oder eher ein Status­ symbol vermitteln? Rebecca, Melina: Das Markenprodukt ist etwas Ähnliches wie Luxus. Man kann sich abheben. Außerdem fällt das Sparen leichter, weil man sich auf ein besonderes Beklei- dungsstück freut. Paula: Meiner Meinung nach ist es Einbildung, dass man sich mit einer Marke zu einer bestimmten Gruppe zugehörig fühlt. Alex: Manche Produkte kann man nur von dieser Marke tra- gen. Andere Hersteller haben nicht so gute Designs. Das sieht und fühlt man! Rebecca: Eine Marke kann auch Mainstream werden. Dann ist sie nichts Besonderes mehr sondern Null-Acht-Fünfzehn. Wie die Longchamp-Taschen, die hat jetzt jedes Mädchen. Paula: Durch eine teure Marke vermittle ich meinen Mit- menschen, dass ich finanziell stabil bin und komme so in die entsprechende Peer-Group. Würde ohne Markenprodukte weniger konsumiert? Paula: Nein. Man kauft sich so oder so immer neue Klei- dung, mal für den Frühling, mal für den Winter. Der Konsum hat in diesem Sinn überhaupt nichts mit Marken zu tun. Alle: Theoretisch wird durch die teuren Marken sogar we- niger konsumiert, denn wenn man nur zu No-Name-Ware greift, kauft man z. B. drei T-Shirts statt einem. Diskussion: Wie wichtig sind Markenklamotten? „Der Einfluss der kommer­ ziellen Kommunikation ist heute total. Egal was man tut und wohin man geht, immer gelingt es der geschwätzigen Werbung, sich in unser Leben einzumischen. Es gibt keine werbefreien Zonen mehr. Dafür müssten die Menschen eigentlich kämpfen.“ Bernhard Hainzlmaier, Jugendforscher am Institut für Jugendkulturforschung 59,4 AUSGEHEN, NACHTLEBEN % 57,9 KLEIDUNG % 46,9 ESSEN & TRINKEN % 31,8 SCHUHE % 29,9 KINO % 26,6 GESCHENKE % 21,4 MUSIK (CDs) % 21,9 TASCHEN & ACCESCOIRES % 20,3 HOBBY % 19,8 ZEITSCHRIFTEN % 19,1 SPORT % 17,1 KONZERTE & FESTIVALS % 17,6 AUTO, MOTORAD, ROLLER % 24,3 KOSMETIK & PFLEGE Von Karoline Dotterweich und Leon Bornemann Wofür gebt Ihr Euer Geld aus? * Befragt: Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahren Quelle: Statistisches Bundesamt, destatis.de ; 2014

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